WordPress: Ein Universum glücklicher Menschen ?

Eine Entwicklergruppe um Matt Mullenweg veröffentlichte im Januar 2004 die erste stabile Version von WordPress. Eine Software zum Bloggen und als  freie Software (Damit ist „einem gewährt, die Software auszuführen, zu studieren, zu ändern und zu verbreiten (kopieren)“).

Ende 2005 gründete Mullenweg das Unternehmen Automattic Inc., um weitere (kommerzielle) Dienste rund um das Bloggen, bzw. um das Softwaresystem WordPress anzubieten.
Als kommerzieller Ableger von Automattic wird ebenfalls Ende 2005 die Blog-Plattform WordPress.com der Öffentlichkeit präsentiert.
WordPress.com versteht sich als „Blog- und Website-Hostingdienst“.
Nutzer können sich dort einfach registrieren und können unter der Adresse irgendwas.wordpress.com mit dem Bloggen loslegen. Keine Downloads des Softwarepakets, keine Installation der Software und Wissen um Begriffe wie Mysql oder FTP werden ebenfalls nicht benötigt. Die Wartung und Aktualisierungen des Systems erfolgen im Hintergrund, automatisch.
Für die User ist der Speicherplatz begrenzt (für AnfängerInnen sicherlich ausreichend) und eigene Module (Themes oder Plugins) lassen sich nicht installieren.

Geld verdient die Firma Automattic (bzw. WordPress.com) mit dem Angebot von Dienstleistungen und Produkten rund um die WordPress-Software. Im Bereich Hosting gibt es Premium oder Business-Pakete, die entsprechend mehr Speicherplatz bzw. Support bieten. Um die Webseite zu individualisieren sind rund umd die Software die Installation weiterer Plugins oder spezieller Themes möglich. Und wer seine Seite statt unter irgendwas.wordpress.com mit eigener Domain wünscht, auch das ist möglich: mit einem preislichen Upgrade.

Im März 2006 werden „WordPress“ und „W WordPress“ als eingetragene Marke in den USA geschützt. Inhaber der Rechte wird die Firma Automattic.

Mindestens seit 2008: „Audrey Capital is an angel investment and research company created by Matt Mullenweg of WordPress to help innovative ideas grow“.

Anfang 2010 wird die (non-Profit) „WordPress Foundation“ gegründet und die Rechte der Namen „WordPress“, „WordCamp“ sowie deren Logo werden von Automattic an die Stiftung übertragen. (Mitbe-)Gründer der Stiftung: Matt Mullenweg.
Als Ziel wird formuliert: Die Marken sollen nicht zu reinen kommerziellen Zwecken genutzt werden sondern einer community orientierten Entwicklung zur Verfügung stehen und der Fortbestand der Software als quelloffen garantiert werden.
Den freien Zugang und den dauerhaften Fortbestand will die Stiftung auch den von ihr unterstützen Projekte zukommen lassen. Dazu zählen zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung die Marken: WordPress Plugins, WordPress Themes, bbPress und BuddyPress.

Nun ist Matt Mullenweg einserseits Besitzer eines Wirtschaftsunternehmens das vor allem mit WordPress Umsatz macht, anderrerseits ist Matt Mullenweg Gründer einer Stiftung, die Marke und Software vor kommerziellem Ungemach schützen soll.

Die Domain-Richtlinie

WordPress.org und WordPess.com sind die einzigsten Projekte die WordPress ausgeschrieben in ihren Internetadressen nutzen dürfen.
Unter der Domain wordpress-deutschland.org versammelte sich einst die deutschsprachigen Community. Nach eigenen Angaben die erste nicht-englischsprachige Community für WordPress überhaupt, die sich nicht als offizielle Anlaufstelle verstand.
Obwohl lange geduldet mußte das Projekt Ende 2015 die Domain aufgeben und wird seitdem auf wpde.org weitergeführt.
Eine offizielle deutschsprachige Anlauftselle gibt es unter de.wordpress.org.

Wachsen, Kaufen, Wachsen, Kaufen …

Seit 2011 stellt Automattic das Plugin (Monster) „Jetpack“ vor.

Im Mai 2014 bestätigt Automattic das 160 Mio USD frisches Kapital von verschiedenen Investoren eingesammelt wurde. Die bisher letzte Sammelrunde wurde 2008 mit schlappen 12 Mio USD durchgeführt.

Im Mai 2015 übernimmt Automattic für angeblich runde 30 Millionen USD WooThemes, bekannt vor allem durch die E-Commerce-Entwicklung WooCommerce. WooComerce ist zu dieser Zeit eines der bekanntesten Shop-Plugins für WordPress und kostenlos. Die Kaufsumme wurde nicht bestätigt.
Geld wird vor allem mit kostenpflichtigen Erweiterunmg und Premiumdiensten für das E-Comerce-Plugin verdient.

update: 7. Aug 2019